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Geschichtsstation 25: Schlosspark

 

Der Park entstand als Landschaftsgarten im 19. Jahrhundert aus privaten Anlagen auf dem ehemaligen Festungsgelände. Bis 1933 kamen im Norden und Süden Teile dazu. Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) hatte Friedrich II. von Preußen (Regierungszeit 1740-1786) die Festung Moers 1763/64 schleifen und das Gelände als Gartenland verkaufen lassen. Im Umfeld des Schlosses erwarben wohlhabende Familien große Grundstücke. Der äußere Wall wurde seit dem 19. Jahrhundert alleeartig bepflanzt und bildete jenseits des Stadtgrabens eine öffentliche Promenade.

Plan der Parkerweiterung (1939)
Plan der Parkerweiterung (1939)

1803 gründete der Fabrikant Friedrich Wintgens (1777-1856) in den Kasernen am Schloss eine Baumwollspinnerei. In den folgenden Jahren erwarb er das Schloss (1810) und Teile der früheren Festungsgrundstücke. So ergab sich ein 40 Morgen großes Areal, das für Gartenbau und Landwirtschaft genutzt wurde. 1836 bezog der Sohn Heinrich das Schloss; gleichzeitig ließ Wintgens einen Park anlegen, der, ausgehend von seinem Wohnhaus und seiner Fabrik, die östliche Hälfte des Festungsgeländes beim Schloss einnahm, zwischen Mittelweg und Stadtgraben. Geschaffen wurde die Anlage der Überlieferung nach von Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846), dem Königlich-preußischen Gartendirektor und Schöpfer vieler rheinischer Parks.

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte der englische Landschaftspark Deutschland erobert, der das Naturschöne zum neuen Gartenideal erhob: Mit der Anlage von verschlungenen Wegen, Hügeln, Ausblicken und unregelmäßigen Gewässern schuf man den Eindruck des Zufälligen. Erstrebt waren malerische Wirkungen, nach dem Vorbild gemalter Ideallandschaften. Weyhes Parkteil stammt aus der klassischen Phase des Landschaftsgartens in Deutschland. Durch Baumgruppen geschaffene Grünräume, weite Wiesenflächen und Lindenrondells gehörten zu seinem persönlichen Stil.

Postkarte des Schlossparks (1955)
Postkarte des Schlossparks (1955)

Die Bäume dieses Parkteils sind zum Teil einheimische Gehölze, aber auch dendrologisch interessante Arten wie Mammutbäume, Platanen, Tulpenbäume, Trompeten- und Götterbäume. Eine Sumpfzypresse bezeichnet den Ort des verschwundenen länglichen Teiches. 1856 übernahm Heinrich Wintgens das gesamte Anwesen.

1873 verkaufte er den östlichen Parkteil, behielt das Schloss und den westlichen Teil der Ländereien. Dessen Gestaltung übertrug er 1874 dem Moerser Gartenbaumeister Peter Hermann Nickertz (1816-1916). Sein Landschaftsgarten unterscheidet sich von Weyhes Park durch ein engmaschiges Wegenetz und die Pflanzung von mehr Nadelbäumen und exotischen Raritäten.

1905 kaufte die Stadt Schloss und westlichen Parkteil, 1913 auch den östlichen. Beide wurden 1906/14 für die Bevölkerung geöffnet. Der um 1900 angelegte Landratsgarten beim Weißen Haus kam 1933 hinzu. 1932/33 hatte der Garteninspektor Max Massias das Hornwerk im Süden des Festungsterrains in einen Volks- und Bürgerpark umgewandelt. So entstand aus Parks und Gärten um das Schloss ein bedeutender, in seinen Grundstrukturen gut erhaltener Landschaftspark.

HaltestelleEntfernung
Königlicher Hof, Moers376 Meter
Königlicher Hof, Moers384 Meter
Arnulfstraße, Moers404 Meter
Im Ohl, Moers407 Meter