Darüber lacht die Republik - Friedrich Ebert und 'seine' Reichtskanzler in der Karikatur


Plakat: Darüber lacht die Republik. Friedrich Ebert und *seine" Reichskanzler in der Karikatur. Ausstellung im Grafschafter Museum im Moerser Schloss. 29.11.2019 bis 23.02.2020

Die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zeugen von großen Umwälzungen in Gesellschaft und Politik. Die Karikatur als humoristisch-satirisches Ausdrucksmedium erlebte daraufhin einen regelrechten Boom: Es gab knapp 80 Zeitschriften, die Karikaturen veröffentlichten. Dabei standen Reichspräsident Friedrich Ebert und die jeweils amtierenden Reichskanzler als die herausragenden Repräsentanten der jungen Weimarer Republik im Fokus der satirischen Kritik.

In der Ausstellung „Darüber lacht die Republik - Friedrich Ebert und ‚seine' Reichskanzler in der Karikatur" wird eine Auswahl von rund 70 Zeichnungen präsentiert, die Ebert und jene Kanzler ins Visier nehmen, die er zu seinen Lebzeiten ernannt hat. Dies waren die SPD-Politiker Philipp Scheidemann, Gustav Bauer und Hermann Müller, von der Zentrumspartei Constantin Fehrenbach, Joseph Wirth und Wilhelm Marx, der DVP-Vorsitzende Gustav Stresemann sowie die parteilosen Wilhelm Cuno und Hans Luther. Zwei dieser Kanzler, Hermann Müller und Wilhelm Marx, gelangten nach dem Tod Eberts im Februar 1925 erneut ins Amt. Karikaturen aus diesen zweiten Amtszeiten findenebenfalls Eingang in die Ausstellung, da die Kanzler im ursprünglichen Sinn zu Eberts Reichskanzlern zu zählen sind.

Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Themenbereiche, die von den Karikaturisten besonders häufig aufgegriffen wurden. Dabei reicht die Spannweite von
harmlos-lustigen Zeichnungen bis zu zutiefst verleumderischen Darstellungen. In drastischen Bildern belegen sie den Hass der politischen Gegner auf das sozialdemokratische Staatsoberhaupt und die demokratische Elite der Weimarer Republik. Sie greifen nicht nur Reichspräsident und Reichskanzler an, sondern auch das demokratische System, das diese verkörpern. Die ausgestellten Karikaturen spiegeln somit die gesellschaftlichen Gegensätze der Weimarer Republik wider. Sie werfen ein Schlaglicht auf die politische Kultur einer Epoche, in der Unsicherheit, Krisen und politische Feindschaft zur Tagesordnung gehören und das Klima prägen.

Zahlreiche Zeichnungen sind erstmals in einer Ausstellung zu sehen. Fantasievolle Installationen ergänzen die Bildexponate und machen die Präsentation, die sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken anregt, besonders anschaulich.

Die Ausstellung „Darüber lacht die Republik - Friedrich Ebert und ‚seine' Reichskanzler in der Karikatur" begleitet die Sonderausstellung „Wählen und Wühlen. Frauen und Demokratiebewegung am Niederrhein vor 100 Jahren."

Karikatur
Links: Reichspräsident Friedrich Ebert, der dazu
aufruft, den Beifall über die Regierungsbildung
zu mäßigen, da das Kabinett sonst umfalle.

Ikarische Spiele:
Ikarische Spiele oder das neue Reichsministerium
Karl Arnold (1883 bis 1953)
Simplicissimus, 7. Juli 1920
© VG Bild-Kunst, Bonn 2009

Der Titel „Ikarische Spiele" bezieht sich auf eine spezielle Art der Artistik: Ein Untermann jongliert Personen mit den Füßen oder schleudert sie nach oben. Die hochgeworfenen Partner vollführen ihrerseits Sprungkombinationen. Karl Arnold, einer der führenden Zeichner des „Simplicissimus", nimmt das Bild der artistischen Darbietung auf und spielt damit auf das im Juni 1920 gebildete Kabinett unter Reichskanzler Constantin Fehrenbach (Zentrum) an. Die Minderheitsregierung besteht aus der Zentrumspartei, die die Balance hält (unten), der Deutschen Volkspartei (links mit der Fahne des Kaiserreichs (in Schwarz-Weiß-Rot) und der Deutschen Demokratischen Partei (mit den Farben der Republik Schwarz-Rot-Gold).

Zum Herunterladen:

Flyer: Darüber lacht die Republik (PDF, 2 MB - nicht barrierefrei)

Daten auf einen Blick

Datum Freitag, 29.11.2019 bis Sonntag, 23.02.2020
Kategorie Ausstellungen
SparteKunst
Ort Grafschafter Museum im Moerser Schloss
Kastell 9
47441 Moers

Telefon: 0 28 41 / 201-6 82 00
E-Mail: grafschafter-museum@moers.de
Veranstalter Grafschafter Museum im Moerser Schloss
Kastell 9
47441 Moers

Telefon: 0 28 41 / 201-6 82 00
E-Mail: grafschafter-museum@moers.de

Unsere Termine unterstützen Mikroformate, in diesem Fall das hCalendar-Profil. Sie können sich die Veranstaltungs-Daten im iCalendar-Format abspeichern und in Ihre Terminverwaltung (Outlook, iCal, etc.) importieren.

Kalender-IconVeranstaltung in meinem Kalender speichern

Veranstaltung als Termin

Diese Seite teilen:

.