Bapaume - Frankreich

Stadtwappen von Bapaume
Stadtwappen
von Bapaume

Die Gegend um Bapaume, im Süden des Departements "Pas de Calais" zwischen Arras und Péronne gelegen, war in den ersten Jahrhunderten ein riesiges Waldgebiet. Hier kreuzten sich einst 2 bedeutende römische Straßen:

  • die eine von Armiens nach Cambrai,
  • die andere von Arras nach Süden führend.

Es ist wahrscheinlich, dass die Römer an diesem wichtigen Knotenpunkt einen Straßenposten errichteten. Auf einer natürlichen Anhöhe entstand später an gleicher Stelle auch die erste Burg, die der Stadtgründung vorausging.

Die Grenzlage zwischen Flandern und Frankreich war der Grund für die Standortwahl der Burg. Später dann auch für die Befestigung des Marktfleckens, der sich im Schutz der Burg schon bald zu entwickeln begann. Ihr verdankt Bapaume seine Rolle in der Geschichte, aber auch eine Reihe von Belagerungen und Zerstörungen.

Der Name Bapaume wurde erstmals 863 erwähnt, als Karl der Kahle den Ort mit den umliegenden Gebieten dem Grafen von Flandern verlieh.

Im 12. Jahrhundert war Bapaume auf Grund eines hier zu entrichtenden Wegezolls zu einer Stadt mit einiger Bedeutung herangewachsen. In dieser Stadt fand 1180 die Heirat des französischen Königs Philipp August mit Isabella von Hainaut statt. Zu deren Mitgift gehörte unter anderem auch Bapaume. In den folgenden Jahrhunderten wechselte Bapaume mehrfach den Besitzer. Zahlreiche Belagerungen, Eroberungen, Rückeroberungen und Stadtbrände musste die Stadt über sich ergehen lassen. Nach dem Krieg zwischen Franz dem Ersten und Karl dem Fünften fiel Bapaume im Vertrag von Madrid an das Haus Österreich. Die Reste der zahlreichen damals angelegten Befestigungen sind bis heute erhalten geblieben und können besichtigt werden.

Unter dem Sonnenkönig Ludwig dem Vierzehnten kam Bapaume im Pyrenäenfrieden dann endgültig an die Krone Frankreichs. Auch nach der französischen Revolution blieb die Stadt in den folgenden Kriegen auf Grund ihrer geografischen Lage umkämpft. Preußen, Engländer und wieder Preußen besetzten die Stadt. Im 1. Weltkrieg dann endgültig zwischen die Fronten geraten, wurde Bapaume in langen Kämpfen völlig zerstört.

Nach dem Wiederaufbau in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts blieb Bapaume im 2. Weltkrieg zwar unzerstört, jedoch kamen viele Bürger bei Kämpfen und auch in Konzentrationslagern um.

Heute ist die rund 3.500 Einwohner zählende Stadt, seit 1800 Hauptstadt des Kantons, durch die reiche landwirtschaftliche Region ringsum geprägt. Handwerk und Handel sowie Industrieflächen zeugen von dem Wirtschaftsaufschwung und dem Wohlstand der kleinen Stadt, die zugleich das schulische Zentrum für ihr Umland bildet. Gepflegt von zahlreichen Sport-, Kultur- und Freizeitvereinen, ist das gesellschaftliche Leben der Stadt sehr rege.

Neben den jährlich stattfindenden großen Jahrmärkten im April und September zählt besonders der Nationalfeiertag zu den Höhepunkten des Jahres. Das kleine Heimatmuseum lädt zur Besichtigung der Zeugnisse aus der Geschichte der Stadt ein.

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Rathaus in Bapaume
Rathaus in Bapaume

Zwischen der Stadt Bapaume und der ehemaligen selbstständigen Gemeinde Kapellen wurde am 25.11.1974 der Partnerschaftsvertrag geschlossen. Nach der kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 führte die Stadt Moers diese partnerschaftlichen Kontakte weiter.

Bemerkenswert ist, dass der damalige Bürgermeister Henri Guidet sich immer wieder für die Völkerverständigung und Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen eingesetzt hat. Er ist der Sohn des im Konzentrationslagers Groß-Rosen ermordeten Bürgermeisters Abel Guidet.Dieses persönliche Engagement war die maßgebliche Initiative zur Gründung dieser Städtefreundschaft. Henri Guidet ist 1982 gestorben. In Kapellen wurde 1986 das "Henri-Guidet-Zentrum" eröffnet, das an ihn erinnern soll.

Aus den Anfängen sind zahlreiche Begegnungen entstanden. Besonderen Wert wurde auf den Schüleraustausch gelegt. So bestehen gute Beziehungen zwischen

  • dem Collège Carlin Legrand,
  • dem Collège St. Jean-Baptiste und
  • dem Lycée d'Agriculture sowie
  • dem Gymnasium in den Filder Benden,
  • dem Grafschafter Gymnasium,
  • dem Gymnasium Adolfinum und
  • der Anne-Frank-Gesamtschule Rheinkamp.

Die ursprünglichen städtischen Sportbegegnungen haben sich im Laufe der Jahre auf die Vereinsebene verlagert. So gibt es freundschaftliche Wettkämpfe zwischen Sportschützen und Volleyballern.

Zudem finden jährlich wechselseitige Begegnungen zwischen den Ratsvertretern beider befreundeten Städte statt. Dieses sogenannte "Jumelage-Wochenende" findet von freitags bis sonntags statt. Bei einer der frühen Treffen wurde von französischer Seite der Vergleich von "David und Goliath" geprägt! So wurde schmunzelnd auf die Größenverhältnisse von Moers und Bapaume angespielt.

Weitere Infos erhalten Sie von:

Frau Werler
Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrum
Wilhelm-Schroeder-Straße 10
Raum 02.08
Telefon: 0 28 41 / 201-203
E-Mail

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