Umwelt und Freiraum

Der Bereich Umwelt wird beim Projekt „Moers 2030“ maßgeblich durch den bereits fertiggestellten Umweltleitplan abgedeckt. Wesentliche Inhalte des Umweltleitplans fließen jedoch in das Stadtentwicklungskonzept ein und prägen damit auch den neuen Flächennutzungsplan. Beispielsweise sollen neue Baugebiete nicht dort ausgewiesen werden, wo Natur und Landschaft gemäß Umweltleitplan besonders schützenswert sind.

Nachfolgend sind wichtige Ergebnisse der Bestandsaufnahme zusammengefasst, die für das Stadtentwicklungskonzept und den Flächennutzungsplan von Bedeutung sind.

Flora und Fauna

Paar auf einer Brücke im Stadtpark

Es gibt in Moers 35 Landschaftsschutzgebiete, die etwa 20 % des Stadtgebiets umfassen. Zusätzlich gibt es 3 besonders wertvolle Naturschutzgebiete: Der Schwafheimer Bruch südlich von Schwafheim, die Niederheide südlich von Kapellen sowie ein Ausläufer der „Nieper Kuhlen“ westlich von Kapellen. Gesetzlich geschützte Biotope befinden sich im Waldgebiet Klingerhuf nahe Neukirchen-Vluyn und am Bergsee in Schwafheim. Die Schutzgebiete haben Einfluss auf die künftige bauliche Entwicklung der Stadt, da sie möglichst nicht negativ beeinträchtigt werden sollen. Aber auch Landschaftsräume ohne besonderen Schutzstatus haben eine wichtige Bedeutung für Flora und Fauna, insbesondere weil sie die Schutzgebiete miteinander vernetzen.

Das Moerser Stadtgebiet ist mit 6 % Waldanteil recht waldarm, was jedoch nicht untypisch für den Niederrhein ist. Die größten Forstflächen sind der Lauersforter Wald in Kapellen und Vennikel und das Umfeld des Waldsees mit der Halde Rheinpreußen nahe Rheinkamp und Eick.

Grundwasser und Oberflächengewässer

Gelände um den Schwafheimer See

Moers ist sehr grundwasserreich. In den Niederungen herrscht zumeist ein hoher Grundwasserstand vor, während in den höher gelegenen „Donken“ der Grundwasserspiegel bis zu 8 Meter unter der Geländeoberkante liegt. Bei der Planung neuer Baugebiete ist der Grundwasserstand sowohl zum Schutz der Bauwerke als auch zur Reinhaltung des Wassers von Bedeutung.

Das bedeutendste Fließgewässer in Moers ist der Moersbach. Er durchzieht das Stadtgebiet von Norden nach Süden und speist die historische Wall- und Grabenanlage um die Altstadt. Der Moersbach entsteht hinter dem Bettenkamper Meer durch den Zusammenfluss von Moerskanal und Aubruchkanal. Naturnahe Fließgewässerabschnitte finden sich in Moers nur vereinzelt, zumeist sind die Bachbetten durch den Menschen beeinträchtigt. Die LINEG hat jedoch bereits Konzepte für die naturnahe Umgestaltung geeigneter Abschnitte erarbeitet. Die Umgestaltung ist nicht nur aus Gründen des Naturschutzes sinnvoll, auch die Sachschäden bei Starkregenereignissen können durch natürliche Überschwemmungsflächen gemindert werden.

Die Moerser Seen weisen im Gegensatz zu den Fließgewässern bereits heute viele naturnahe Bereiche auf. Positive Beispiele sind der Waldsee in Eick, das Schwafheimer Meer und der Bergsee in Schwafheim, das Naturfreibad Bettenkamper Meer und das Repelener Meer.

Erholung des Menschen

Fahrradfahrer im Stadtpark

Die abwechslungsreich gegliederten Landschaftsräume, Waldgebiete sowie die Halden Pattberg und Rheinpreußen werden von den Moerserinnen und Moersern zur Erholung genutzt. Ausgeschilderte Rad- und Wanderwege erschließen den Naherholungsraum. Ein Defizit sind vereinzelte Lücken im System der „grünen“ Wegeverbindungen, dies gilt vor allem in Ost-West-Richtung.

Neben der freien Landschaft stehen der Öffentlichkeit für die wohnungsnahe Freizeitgestaltung in den Ortsteilen zahlreiche Grün- und Parkanlagen (unter anderem der Freizeitpark in Kapellen, der Jungbornpark in Repelen oder der Schloss- und Freizeitpark in der Stadtmitte) zur Verfügung. Ergänzend gibt es ein vielfältiges Angebot an Spiel- Sport- und Bolzplätzen.

Böden

Die nicht durch Gebäude oder Straßen versiegelten Böden besitzen in Moers überwiegend die Wertstufen 4 (hohe Bedeutung, schutzwürdige Böden) und 3 (mittlere bis hohe Bedeutung). Die Fruchtbarkeit der Böden ist ein Aspekt der bei der Planung der Moerser Siedlungsentwicklung zu berücksichtigen ist, da besonders fruchtbare Böden der Landwirtschaft vorbehalten bleiben sollten.

Stadtklima

In größeren Städten herrschen im Sommer aufgrund der dichten Bebauung oftmals deutlich höhere Temperaturen als im Umland. Eine gewisse Überwärmung ist auch in Moers festzustellen. Aufgrund der vielen Grün- und Freiflächen und dem nur punktuell dicht und hoch bebauten Stadtgebiet ist dieser Effekt aber deutlich schwächer, als in vielen Städten vergleichbarer Größe. Es ist wichtig, bei der künftigen baulichen Entwicklung den Aspekt „Stadtklima“ im Auge zu behalten.

Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme in den einzelnen Moerser Stadtteilen finden Sie im Downloadbereich. Wenn Sie sich darüber hinaus im Detail für die Umweltsituation in Moers interessieren, so ist der Umweltleitplan für Sie sicherlich von Interesse.

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