Gemeinsam gegen Antisemitismus


Mit einem einstimmigen Beschluss ist der Rat der Stadt Moers am Mittwoch, 19. Mai 2021, einer schriftlichen Positionierung gegen Antisemitismus der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Moers e. V. (www.gcjz-moers.de) gefolgt. Die Stadt Moers möchte nun auch Institutionen und Privatpersonen die Möglichkeit geben, das Engagement zu befürworten und dem Papier virtuell beizutreten. Alle Unterstützerinnen und Unterstützer werden gezählt und auf dieser Seite namentlich aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt nach den Vorgaben der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO). Bürgermeister Christoph Fleischhauer bittet darum, dass sich viele Menschen und Institutionen beteiligen, sodass deutlich wird, dass Antisemitismus und Hass keinen Platz in Moers und Deutschland haben. Der volle Text des Aufrufs lautet wie folgt:

In vielen Städten, Gemeinden und Landkreisen wird 2021 an die 1700 Jahre währende Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland erinnert. Einzelne beteiligen sich genauso daran wie Initiativen, Vereine, Parteien und Glaubensgemeinschaften. Gleichzeitig will die Lebendigkeit aktuellen jüdischen Lebens wahrgenommen und gefeiert werden.

All dies Engagement bedeutet ein lautes und klares Signal gegen alle Erscheinungsformen des Antisemitismus. Dieser gefährdet die Freiheit aller in ihrem Kern, egal ob er aktuell israelkritisch verschleiert und islamistisch begründet wird, ob er rechtsextremistischen Denkmustern folgt, oder ob er in der Corona-Krise alte antijüdische Stereotypen in Gestalt moderner Verschwörungserzählungen verbreitet.

Als Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Moers e.V. fordern wir deshalb alle in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Menschen dazu auf, sich unabhängig von religiöser Herkunft und politischer Ausrichtung klar und eindeutig gegen den Antisemitismus zu engagieren.

Dieses Engagement ist im privaten Umfeld ebenso gefragt, wie in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sport, in der Zivilgesellschaft und der Politik. Es richtet sich gegen den stillen, beiläufigen Antisemitismus ebenso wie gegen den laut heraus gebölkten der Straße und den vermeintlich anonymen der sozialen Medien.

So wie die Klimakrise die Grundlagen menschlichen Lebens auf dem Planeten Erde gefährdet, gefährdet der Antisemitismus die Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Wir werden nie mehr sagen können, dass wir dies nicht gewusst haben.

Wir fordern die politischen Gremien, die Polizei und Justiz dazu auf, antisemitisch begründete Straftaten energisch zu verfolgen und offen als solche zu benennen.

Antisemitische Hassreden auf Demonstrationen haben nichts zu tun mit dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit. Steine und Brandsätze auf Synagogen sowie verbrannte Israelfahnen sind nicht nur Sachbeschädigungen, sondern antisemitische begründete Straftaten. 

Schließlich fordern wir Jede und Jeden dazu auf, die eigenen Grundeinstellungen immer wieder neu auf antisemitische Ressentiments hin zu hinterfragen.

Das Gift des Antisemitismus hat in Europa eine lange und zersetzende Geschichte.

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland wollen erinnert, bedacht und gefeiert werden.

Wo dies aufrichtig und gemeinsam geschieht, wächst ein starkes Gegengift gegen den Antisemitismus.

Auf das Leben.

Martin Behnisch-Wittig

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Moers e.V.

Evangelischer Vorsitzender

Mai 2021

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  • Elisabeth Krokowski /Bündnis 90 die Grünen
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