Zwingermauer & Schießscharten - 15. Jahrhundert Teil 1

Wehren können wollten sich die Grafen von Moers im 15. Jahrhundert. Sie ließen ihre Ringmauerburg mit einer weiteren Schutzmauer umgeben - mit einer Zwingermauer. Den wehrhaften Charakter dieser Anlage verdeutlichen die eingebauten Schießscharten.

Der Bau der Zwingermauer hing mit der Entwicklung der Waffentechnik zusammen. Im 14. Jahrhundert wurden die Bliden (große Steinschleudern) von den ersten  Pulvergeschützen abgelöst. Diese Steinbüchsen waren dünnwandige, aus Stabeisen geschmiedete Rohre. Sie hielten nur geringe Pulvermengen aus. Ihre Reichweite bleib zunächst noch hinter der einer großen Blide zurück. Allerdings waren sie zielgenauer als die Steinschleudern. Doch die Technik entwickelte sich weiter. Im 15. Jahrhundert baute man Kanonen mit lange Rohren. Sie wurden aus Eisen und Bronze mit größeren Wandstärken gegossen. Der Durchschlagkraft solcher Geschütze konnte die Ringmauer der Moerser Burg nicht mehr standhalten.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war eine wehrhafte Burg für die Grafen von Moers wichtig. In den vergangenen Jahrzehnten hatten sie weiter an Macht und Einfluss gewonnen und hatten eine führende Stellung im Herzogtum Geldern errungen. Immer noch schwelte aber der Streit mit den benachbarten Grafen von Kleve: Die Grafen von Moers sahen sich nicht mehr als deren Gefolgsleute. Sie erkannten die Lehenshoheit der Klever nicht mehr an.

Modell vom Moerser Schloss

In einem Modell des Moerser Schlosses wurde die Bauphase des 15./16. Jahrhunderts in rot gekennzeichnet.

 

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