Von den Oraniern zu den Preußen - 17. und 18. Jahrhundert

Porträt der Kurfürstin Luise Henriette

Kurfürstin Luise Henriette

Eier- und Butterdiebe sollen Moerser Bürger die preußischen Soldaten gescholten haben, als diese zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach Moers kamen. Sogar das entblößte Hinterteil sollen einige diesen gezeigt haben.

Nach 100-jähriger oranischer Herrschaft war es offenbar einigen Moersern schwer gefallen, sich an die neuen Machtverhältnisse zu gewöhnen.

Nachdem Moritz von Oranien 1625 ohne legitime männliche Nachkommen gestorben war, ging die Grafschaft Moers an seinen Bruder Friedrich Heinrich über. Ihm folgte sein Sohn Wilhelm II., der schon mit 24 Jahren starb. Nachdem Wilhelm III. von Oranien 1702 kinderlos starb, kam eine Tochter Friedrich Heinrichs ins Spiel: Luise Henriette.

Luise Henriette hatte 1646 Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg geheiratet. Nach dem Tod ihres Bruders und ihres Neffen, sollte nun ihr Sohn die Nachfolge in der Grafschaft Moers antreten: Friedrich I., König in Preußen.

Friedrich II. ließ 1763 seine niederrheinischen Festungen schleifen. In Moers blieben nur die äußeren Anlagen erhalten. Sie sollten nun nicht mehr vor feindlichen Armeen schützten, sondern vor Hochwasser.

Das Schloss diente im 18. Jahrhundert als „Königliches Amtshaus“ . Im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) wurde es zum Lazarett umfunktioniert und befand sich in desolatem Zustand. Seit der Besetzung der Stadt durch die revolutionären Franzosen, die das Schloss wohl wieder für militärische Zwecke nutzten, war es vollends dem Verfall preisgegeben.

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