Stadt im Mittelalter

20.05. bis 23.09.2007

Plakat zur Ausstellung 'Stadt im Mittelalter'. Das Hauptmotiv sind zwei Kinder mit Holzschwert und Helm in einem der Ausstellungsräume.

Eine begeh- und erlebbare mittelalterliche Stadt mit Wehrgang und Stadttor, Kerker und Plumpsklo, Laden, Werkstatt, Kirche und Marktplatz ist in den Räumen des Museums aufgebaut. Hier lässt sich spielerisch erfahren, wie ein Fachwerkhaus gebaut und auf dem Markt gefeilscht wurde, wie Töpfe und Schüsseln hergestellt wurden oder wie der Schmied arbeitete. Ebenso kann man am eigenen Leib erfahren, wie ungemütlich es mit einer „Halsgeige“ im Kerker sein kann.

Die detailreiche, modellhafte Rekonstruktion einer mittelalterlichen Stadt wurde mit originalen Ausstellungsstücken aus der Sammlung Frank Dähling, Eppingen und der Sammlung des Grafschafter Museums ergänzt.

Das ursprüngliche Murse im Jahr 900 war eine kleine bäuerliche Siedlung.Sie war gerade groß genug, um etwa fünf Familien zu ernähren. 400 Jahre später ernannte König Albrecht Moers zur Stadt.

Das Leben in der Stadt war für die Menschen des Mittelalters attraktiv: In der Stadt waren sie freier und sicherer als auf dem Land. Die Moerser Bürger waren durch eine Stadtmauer, Türme und Tore geschützt.

Mittelpunkt der Stadt war der Marktplatz. Auf dem Wochenmarkt versorgten sich die Bewohner jeden Mittwoch mit allem, was sie benötigten. Bauern und Handwerker der Umgebung verkauften hier ihre Erzeugnisse. Fische, Hühner, Eier, Geflügel, Flachs Butter und Käse gab es nur im gemeyn koephyse – im Kaufhaus auf dem Markt. Gleich ob im Kaufhaus oder am Marktstand: Es wurde gefeilscht und geschwatzt. Es herrschte ein munteres Treiben.

Um das Leben in seiner Stadt zu regeln, erließ Graf Vinzenz von Moers 1460/61 eine Polizeiordnung. Amtleute zu beschimpfen, Kartenspielen oder das Tragen modischer Schnabelschuhe kostete eine Geldstrafe. Für Kuppelei kam man an den Pranger. Wer ein schweres Verbrechen verübt hatte, kam bis zur Gerichtsverhandlung in den Kerker im „Meerturm“ oder Mattorn.

Eine große Gefahr für mittelalterliche Städte war das Feuer. Die oft mit Stroh gedeckten Fachwerkhäuser brannten schnell. 1605 legte ein großer Stadtbrand innerhalb von drei Stunden die mittelalterliche Altstadt von Moers in Schutt und Asche.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Stadt- und Fachwerkmuseum „Alte Universität“ Eppingen und mit Unterstützung der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Moers.

Fotogalerie zur Ausstellung

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