Einschulung - was ist zu beachten?

Vielleicht sind Sie unsicher, ob Ihr Kind am Unterricht einer allgemeinen Schule teilnehmen kann oder nicht? Vielleicht können Sie nicht genau einschätzen, ob Ihr Kind wirklich sonderpädagogisch gefördert werden muss. Vielleicht kennen Sie aber auch die Beeinträchtigung des Lernvermögens Ihres Kindes genau und sind dennoch unsicher, welche Schulform für Ihr Kind die Beste ist. Vielleicht ist es die Vorgehensweise, die Fragen aufwirft.

Unabhängig von Ihrer Fragestellung  ist die Anmeldung an der Grundschule Ihrer Wahl der sinnvolle erste Schritt. So wird Ihr Kind  zunächst als “grundschulpflichtiges Kind“ beim Schulträger erfasst. Auch kann die Grundschule Sie dann bei weiteren Verfahren und Entscheidungen unterstützen.

Alle angemeldeten Kinder nehmen dann an einem sogenannten „Einschulungsparcours“ teil. Hier beurteilen Lehrerkräfte,  Erzieher und Erzieherinnen gemeinsam die Fähigkeiten der Kinder. Außerdem durchlaufen alle Kinder eine ärztliche Schuleingangsuntersuchung. Beide Maßnahmen dienen der Feststellung des Entwicklungsstandes auch Ihres Kindes.

Zeigen sich bei Ihrem Kind Entwicklungsverzögerungen, wird in einer weiteren Untersuchung der individuelle Förderbedarf Ihres Kindes ermittelt.

Im Kreis Wesel wurde das sogenannte Präventionsstufenmodell für Kinder mit Entwicklungsverzögerung erarbeitet.

Dadurch erhält Ihr Kind die Möglichkeit, am Unterricht einer Grundschule teilzunehmen und dort präventiv gefördert zu werden. Hierdurch kann auf eine vorhandene Entwicklungsverzögerung reagiert werden, ohne dass eine frühzeitige Festschreibung vorgenommen wird. Die präventive Förderung soll Ihr Kind darin unterstützen, seine Fähigkeiten optimal zu entfalten und eine vorhandene Entwicklungsverzögerung möglicherweise auszugleichen.

Im Rahmen des Präventionsstufenmodells wird Ihr Kind einer von 3 Präventionsstufen zugeordnet. Allerdings leitet sich durch die Zuordnung kein Rechtsanspruch auf eine individuelle Förderung.

Grafik: AO-SF-Verfahren (AusbildungsOrdnung für die Sonderpädagogische Förderung)

Ein Rechtsanspruch auf eine bestimmte Förderung kann erst durch das sogenannte AO-SF Verfahren (AusbildungsOrdnung für die Sonderpädagogische Förderung) erreicht werden. Dieses Verfahren kann durch Sie oder die Grundschule dann beantragt werden, wenn ein massiver Förderbedarf gesehen wird. Die Entscheidung über den Förderbedarf und den Förderort trifft das zuständige Schulamt für den Kreis Wesel als die zuständige untere Schulaufsichtsbehörde auf der Grundlage von einem sonderpädagogischen und einem schulärztlichen Gutachten.

Im Antragsformular wird auch Ihr Wunsch hinsichtlich des Förderortes erfasst.

Grundsätzlich ist Unterrichtung jedes Förderschwerpunktes an allen Grundschulen möglich. Allerdings ist dies in jedem Fall individuell zu überprüfen und zu entscheiden. Damit dies gelingt, unterstützt das jeweilige Kompetenzzentrums für sonderpädagogische Förderung (KsF) mit kompetenter Beratung. Diese flexible Förderung orientiert sich am individuellen Förderbedarf Ihres Kindes und kann auch während eines Schuljahres geänderten Gegebenheiten angepasst  werden.

Natürlich können Sie sich auch für eine der Förderschulen entscheiden, die speziell auf die jeweiligen Förderschwerpunkte zugeschnitten sind.

Informationen zu den einzelnen Grund- und Förderschulen, die für den Bereich der Stadt Moers zuständig sind, finden Sie unter  Welche Schule bietet was?

Ebenso wie eine Änderung des individuellen Förderschwerpunktes möglich ist, ist auch ein Wechsel des Förderortes (zum Beispiel: Wechsel von der Grundschule zur Förderschule) jederzeit auf Antrag möglich. Der Antrag kann von der Schule oder von Ihnen gestellt werden.

Zum Herunterladen:

Grafik: AO-SF-Verfahren (AusbildungsOrdnung für die Sonderpädagogische Förderung) als PDF-Datei, 46 kB - nicht barrierefrei

Sollten bei Ihnen noch ganz individuelle Fragen offen geblieben sein, wenden Sie sich bitte an die Koordinatoren für Inklusion im Kreis Wesel:

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