Doppelausstellung zum Ersten Weltkrieg im Grafschafter Museum im Moerser Schloss vom 16. November 2014 bis 25. Januar 2015

Der Grafschafter Maler Adelbert Wimmenauer und der Erste Weltkrieg

Niederrheinische Bachlandschaft Moers um 1900 (Foto: Grafschafter Museum)

Seine Bilder waren nicht heroisch. Er malte Landschaften und Porträts, kopierte Alte Meister: der Grafschafter Maler Adalbert Wimmenauer (1869-1914). Als Freiwilliger zog er in den Ersten Weltkrieg, am 17. November 1914 fiel er bei Ypern.

Zu seinem 100. Todestag zeigt die Ausstellung Bilder des beinahe vergessenen Malers aus Privat- und Museumsbesitz.

Adalbert Wimmenauer wurde am 2. Februar 1869 in Mülheim a.d. Ruhr geboren. Sein Vater Theodor war Professor am Gymnasium Adolfinum, das Wimmenauer von 1882 bis 1887 besuchte.

3 Soldaten stehen im Graben (Foto: Otto Moetje)

Nach dem Abitur studierte er an der Düsseldorfer Akademie, bei Max Liebermann in Berlin und bei Hans Thoma in Karlsruhe. Als freier Künstler ließ er sich in München nieder, kehrte aber immer wieder in das Haus seines Vaters nach Moers zurück - nicht zuletzt, um die niederrheinische Landschaft zu malen.

Wimmenauer war ein leidenschaftlicher Vertreter der Freilichtmalerei - bei Wind und Wetter entstanden seine Bilder unmittelbar in der Natur.

Plakat - Der Grafschafter Maler Adalbert Wimmenauer und der Erste Weltkrieg - Niederrheinische Landschaft

Ein grauer Tag, Nebel und Regen, oft mußte ich die Staffelei festhalten, oft flüchtete ich mich vor den Schauern hinter einen gewaltigen Pappelstamm. Er hielt durch. Als das Bild fertig war, rannen die Regentropfen darüber. So erinnerte der Moerser Fr. Horn die Malleidenschaft Wimmenauers.

Die Stimmung seiner Landschaftsbilder ist meist melancholisch: Grau, Braun, fahles Grün und Blau bestimmen viele seiner Bilder. Fast wie ein Kontrast wirkt sein Bild  Vorfrühling an der Isar. Lässt sich hier schon die leuchtende Farbigkeit des aufkommenden Expressionismus  erahnen?

1914 zog Wimmenauer freiwillig als Soldat in den Ersten Weltkrieg. Sein Regiment, das Königlich Bayerische 16. Reserve-Infanterie-Regiment nahm am deutschen Überfall auf das neutrale Belgien Teil. Als vom 20. Oktober bis 18. November die erste Flandernschlacht tobte, war Wimmenauer dabei. Am 17. November 1914 traf ihn ein tödlicher Granatschuss.

Feldpost von Herrn Wilhelm Eickschen (Foto: Grafschafter Museum)

Vier Gemälde und zwei Ölskizzen Wimmenauers befinden sich im Bestand des Grafschafter Museums. Der 100. Todestag Adalbert Wimmenauers gab den Anlass, die im Museum befindlichen Bilder restaurieren zu lassen. Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein machte dies finanziell möglich.

Ulrich Birnbaum schenkte dem Museum zur Ausstellung ein großformatiges Kindergruppenbild, das Wimmenauer im Frühjahr 1914 gemalt hatte. Weitere Bilder aus Moerser Privatbesitz geben einen kleinen Einblick in das künstlerische Schaffen Wimmenauers.

Die Ausstellung wird ergänzt durch Feldpost von Moerser Soldaten des Ersten Weltkriegs – Briefe und Karten, die Adalbert Wimmenauer nicht mehr schreiben konnte – sowie weitere Erinnerungsobjekte an den Ersten Weltkrieg.

Plakat mit dem Titel Front 14/18 Der Erste Weltkrieg in 3 D - Soldat mit Gasmaske

Einen Kontrast zu den friedlichen zweidimensionalen Bildern Wimmenauers stellt die Ausstellung Front 14/18. Der Erste Weltkrieg in 3D dar, die zeitgleich im Grafschafter Museum zu sehen ist.

Die gemeinsame Ausstellung des LWL-Medienzentrums für Westfalen mit dem LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen und dem LWL-Museumsamt für Westfalen zeigt den Stellungskrieg im Westen aus der Sicht der Frontsoldaten.

 

Zum Herunterladen:

Flyer: Erster Weltkrieg (PDF; 627 kB) - nicht barrierefrei

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