Geschichtsstation 44: Repelen

Geschichtsstation 44: Repelen

Gasthof „Zur Linde“
Gasthof „Zur Linde"

Die Anfänge der Siedlung Repelen, die aus einer Waldrodung entstanden ist, gehen in das Frühmittelalter zurück. Im ältesten Heberegister der Abtei Werden von ca. 900 taucht der Waldname „Rapilaro(a)hesi" auf. Im benachbarten Eick finden sich mit einem fränkischen Gräberfeld (Belegung Mitte 6. - Mitte 7. Jahrhundert) die ältesten bekannten mittelalterlichen Siedlungsspuren des heutigen Moerser Stadtgebiets.

Mit diesem Gräberfeld und der zugehörigen Siedlung könnte die Kirche in Repelen im Zusammenhang stehen. Der Tradition nach gilt sie als eine der ältesten Kirchen des Niederrheins. Das ursprüngliche Martinspatrozinium verweist in fränkisch-karolingische Zeit. Der älteste archäologisch nachweisbare Kirchbau - eine Saalkirche - datiert in das 11. Jahrhundert, die erste schriftliche Erwähnung in das Jahr 1176.

Kurbetrieb, im Hintergrund Licht-Lufthütten
Kurbetrieb im Jungbornpark

Der heutige Bau, in dem Teile einer Gewölbebasilika des 12. Jahrhunderts stecken, stammt aus dem 14./15. Jahrhundert. Der Backsteinturm trat 1792 an die Stelle des alten (romanischen?) tuffsteinernen Turmes. 1956 wurde bei Sicherungsarbeiten in der Kirche ein Baumsarg entdeckt, der mindestens in das 10. Jahrhundert zurückverweist. Mit dem Übergang der Grafschaft Moers zur Reformation um 1560 wurde auch die Kirche evangelisch. Bis ca. 1900 war das Repelener Gebiet rein agrarisch geprägt. Davon zeugt u.a. noch die Gebäudezeile An der Linde, im Kern ein Ensemble aus ehemaligen Hofgebäuden und Grafschafter Häusern.

Veränderungen setzten um 1900 mit der Gründung des Dorfunternehmens „Repeler Jungborn GmbH" von 1897 ein sowie mit dem Beginn des Steinkohlenbergbaus am linken Niederrhein und der damit einhergehenden Industrialisierung.

Schachtanlage V
Schachtanlage V

Nach der Eröffnung des Schachtes V wurde 1910 aus den Bürgermeistereien Repelen und Baerl die Gemeinde Repelen-Baerl gebildet, die mit dem Rathaus in Utfort (1910/12) einen Verwaltungsmittelpunkt erhielt. Ende 1927 führte die Eröffnung des Schachtes VI Pattberg zur Gründung einer neuen Siedlung Repelen, die unabhängig vom Dorfkern existierte. 1950 nahm die Großgemeinde nach einem ursprünglich zur Bürgermeisterei Repelen gehörenden Ortsteil den Namen Rheinkamp an.

Das Utforter Rathaus
Das Utforter Rathaus

Mit der Schaffung des Marktplatzes an der Lintforter Straße wurde in den 1950er Jahren versucht, den beiden Ortsteilen einen Mittelpunkt zu geben. Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde die Gemeinde Rheinkamp zum 1.1.1975 aufgelöst.

Teile der Gemarkungen Repelen und Baerl kamen jeweils an die Städte Duisburg und Moers, Teile der Gemarkung Repelen zudem an die Stadt Neukirchen-Vluyn.

 

Erreichbarkeit mit dem ÖPNV

HaltestelleEntfernung
Repelen Linde, Moers85 Meter
Repelen Markt, Moers432 Meter
Parkstraße, Moers606 Meter
Eicker Wiesen, Moers712 Meter

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