Geschichtsstation 28: Naturfreibad Bettenkamp

Geschichtsstation 28: Naturfreibad Bettenkamp

Naturfreibad Bettenkamp mit Uferbefestigung aus Holz.
Naturfreibad Betten-
kamp mit Uferbefesti-
gung aus Holz, 1925.
Die Rollen am Drahtseil
dienten als Hilfsmittel für
den Schwimmunterricht.

Am 21. Juli 1924 wurde das städtische Naturfreibad Bettenkamper Meer eröffnet; es löste die marode städtische Badeanstalt am großen Damm in der Moerse oberhalb der Schleuse ab. Mit der Eröffnung des Naturbades ging ein lang gehegter Wunsch der Moerser Bevölkerung in Erfüllung. Bereits 15 Jahre zuvor war das Bettenkamper Meer Schauplatz einer Großveranstaltung des 1909 gegründeten Moerser Schwimmvereins gewesen.

Der Badeplatz vor den Toren der Stadt an der Grenze zu Kapellen gehörte ursprünglich zur Filder Erziehungsanstalt und wurde zunächst ausschließlich von ihren Schülern genutzt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts erfreute sich das Filder Meer auch in der Moerser Bevölkerung zunehmender Beliebtheit. Das Baden wurde jedoch immer wieder verboten oder zeitweise nur unter strengen Auflagen der Polizeibehörde erlaubt. Der Ausbau zu einer öffentlichen Badeanstalt fand lange Zeit in der Politik, aber auch in Teilen der Bürgerschaft keinen Anklang. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts waren der weite Weg, die Gefährlichkeit des Gewässers sowie die hohen Kosten entscheidende Gegenargumente.

Badeanstalt Bettenkamp mit noch unbefestigtem Ufer.
Badeanstalt Bettenkamp
mit noch unbefestigtem Ufer,
1924

Nach der Eröffnung 1924 wurde das Naturfreibad Bettenkamp schnell ausgebaut. Grundstückskäufe ermöglichten die Einrichtung einer Liegewiese auf der östlichen Seite. Mit dem Abriss der Schamwand zwischen Damen- und Herrenbad im Frühjahr 1929 wurde Bettenkamp zum Familienbad. Das Bettenkamper Meer ist heute das einzige Naturfreibad am linken Niederrhein. Es wird vom Aubruchkanal gespeist, der sich bei Bettenkamp zu einem für die niederrheinische Landschaft typischen, wannenförmigen „Meer" erweitert. Niederschlagsbedingt unterliegt es allerdings erheblichen Wasserstandsschwankungen.

Holz-Sprungturm am Naturfreibad Bettenkamp.
Holz-Sprungturm, 1924

In den letzten Jahrzehnten war die Existenz des Freibades auf unterschiedliche Weise bedroht, im südlichen Bereich vom Bau der Autobahn A 40 Anfang der 1970er Jahre, den wiederholten Sparvorhaben der städtischen Verwaltung und den Wasserverunreinigungen des Bades durch den Aubruchsgraben Ende der 1990er Jahre.

Vor allem dem Engagement des 1995 gegründeten „Freundeskreises Bettenkamper Meer e. V." ist es zu verdanken, dass die Zukunft des beliebten Bades heute gesichert ist. Nachdem das Bad 2012 von der städtischen Gesellschaft „ENNI Sport & Bäder" saniert und umgebaut wurde, stellt es wieder eine wichtige Naherholungseinrichtung dar.

Erreichbarkeit mit dem ÖPNV

HaltestelleEntfernung
Am Brink, Moers538 Meter
Biefang, Moers614 Meter
Freizeitpark, Moers741 Meter
Gym Filder Benden, Moers944 Meter

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