Geschichtsstation 21: Gymnasium Adolfinum


Geschichtsstation 21: Gymnasium Adolfinum

Das 1866 erbaute Lehrerseminar wurde 1928 von Adolfinum und Aufbauschule bezogen. Vorderansicht nach dem Umbau.
Das 1866 erbaute Lehrer-
seminar wurde 1928 von
Adolfinum und Aufbauschule
bezogen. Vorderansicht
nach dem Umbau, 1928

Das 1582 gegründete Gymnasium war in den mehr als 430 Jahren seines Bestehens nicht selten in seiner Existenz bedroht, der Charakter der Schule hat sich mehrfach verändert. Graf Hermann von Moers (1520-1578), der 1560 die Reformation in Moers eingeführt hatte, löste 1573 das Moerser Karmeliterkloster auf und gründete dort 157eine Lateinschule. 1578 plante er die Einrichtung einer schola illustris. Dieser evangelische Schultyp der Zeit nahm eine Stellung zwischen Lateinschule und Universität ein. Hermanns Nachfolger Adolf von Neuenahr- Moers (1553-1589) berief dafür den Pädagogen, Philosophie- und Theologieprofessor Johannes Piscator (1546-1625) zum Rektor; 1582 bezog die Schule das Kloster. Wenig später kam der Schulbetrieb zum Erliegen, durch Krieg und die Eroberung von Moers durch die Spanier im Jahre 1586. Das Kloster wurde den Karmelitern zurückgegeben. 1601 wurde Moritz von Oranien (1567-1625) Herr von Moers, setzte die evangelische Kirchenordnung wieder in Kraft und kaufte das Kloster. Die Schule wurde städtisch und durch den Landesherrn und Stiftungen von Bürgern unterstützt. 1634 erhielt sie eine grundlegende Satzung.

Graf Adolf von Neuenahr-Moers, kölnischer und niederländischer Feldherr, Gründer des Gymnasiums und später sein Namenspatron. Kupferstich von H. Jacopsen, 17. Jahrhundert.
Graf Adolf von
Neuenahr-Moers,
kölnischer und
niederländischer
Feldherr, Gründer
des Gymnasiums
und später sein
Namenspatron.
Kupferstich von
H. Jacopsen,
17. Jahrhundert

Der Unterricht war auf die alten Sprachen ausgerichtet, die Oberstufe auf die Vorbereitung auf die Universität. Die 1702 folgende preußische Regierung kümmerte sich wenig um die Schule, die zwischendurch, als Moers 1757-1763 und seit 1794 französisch besetzt war, als Scheune diente. 1815 wurde Moers wieder preußisch; das Gymnasium, 1821 zum Progymnasium heruntergestuft, war nun, mit neuen Sprachen und Naturwissenschaften, eher eine Bürgerschule. 1874 wurde aus dem Progymnasium wieder ein vollgültiges Gymnasium mit humanistischem Bildungsanspruch. 1893 ging das Adolfinum in staatliche Trägerschaft über - der evangelische Charakter blieb erhalten. 1898 bezog es einen Neubau in der Homberger Straße.

1928 zog das um eine Oberschule in Aufbauform erweiterte Adolfinum in das renovierte Gebäude des staatlichen Lehrerseminars ein, das 1820 bis 1925 in Moers bestanden hatte. Die Aufbauschule war konfessionell nicht gebunden und koedukativ. In der NS-Zeit wurde das humanistisch ausgerichtete Adolfinum 1937/38 zur Oberschule für Jungen, Latein wurde weitgehend, Griechisch ganz abgeschafft. Heute liegt der Schwerpunkt neben den alten Sprachen auf den Naturwissenschaften.

Kupferstich von Johannes Piscator, erster Rektor des Gymnasiums.
Johannes Piscator,
erster Rektor des
Gymnasiums.
Kupferstich

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Schulbetrieb im Oktober 1944 eingestellt, das Schulgebäude am 8. November 1944 zerstört. Der Unterricht begann wieder im Oktober 1945 in den Räumen des Martinstifts. 1951 wurde die wieder aufgebaute Schule bezogen, die bis 1971 altsprachliches Gymnasium blieb und Anfang der 1980er Jahre der Umwandlung in eine Gesamtschule entging. 1979 entstand neben dem Altbau ein umfangreicher Neubau. Seit 2003/04 passen Umbauten das Schulgebäude an den Bedarf von heute an.

 

Erreichbarkeit mit dem ÖPNV

HaltestelleEntfernung
Königlicher Hof, Moers185 Meter
Nordring, Moers205 Meter
Königlicher Hof, Moers221 Meter
Königlicher Hof, Moers294 Meter

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