Nicht wegschauen, sondern hinsehen! Aktionstag für Opfer der Frauengewalt


Pressemitteilung vom 19.11.2020

Jede vierte Frau erlebt einmal in ihrem Leben sexuelle oder körperliche Gewalt. Darauf macht der „Orange Day" am Mittwoch, 25. November, aufmerksam. Vergewaltigung, Belästigung, Bedrohung, Beleidigung oder gar Zwangsprostitution - „Gewalt gegen Frauen ist vielfältig und kommt leider viel zu oft vor. Darüber gesprochen wird aber umso seltener", bedauert Jacqueline Rittershaus, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Moers. Die Zahlen sind erschreckend, die Dunkelziffer erschütternd. 52 Frauen mit 70 Kindern haben im vergangenen Jahr Hilfe beim Moerser Frauenhaus gesucht. Im Kreis Wesel gab es 507 Polizeieinsätze aufgrund von häuslicher Gewalt und die Dunkelziffer liegt bei schätzungsweise 80 Prozent.

Hilfesuche ist der Weg aus der Spirale

Nicht immer ist es körperliche Gewalt, die Frauen erfahren. Fälle wie der von Lisa sind keine Seltenheit. Die Trennung von ihrem Freund ist schon einige Monate her. Seitdem verfolgt er Lisa, terrorisiert sie am Telefon und zersticht immer wieder ihre Fahrradreifen. Eine Anzeige bei der Polizei hat sie zwar erstattet, aber aus Mangel an Beweisen können die nicht helfen. Als es einfach nicht mehr anders geht und Lisa vor Angst tagelang die eigene Wohnung nicht verlässt, sucht sie endlich Zuflucht im Frauenhaus. Lisa hat sich getraut nach Hilfe zu fragen, aber das ist längst nicht in jedem Fall so. „Das größte Problem ist, dass sich die Opfer häufig gar nicht melden. Aber Gewaltdelikte müssen öffentlich gemacht und bestraft werden", ermutigt Dr. Ilke Schlothmann-Lechtenböhmer. „Darüber zu sprechen ist der erste Schritt aus der Spirale." Sie ist Präsidentin der Soroptimistinnen vom SI-Club Moers-Niederrhein. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in verschiedensten Belangen zu vertreten und ihre Stellung zu stärken.

Plakate und angestrahlte Gebäude am Aktionstag

Am Aktionstag, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, strahlen die Initiatoren der Aktion das Moerser Schloss und das Alte Landratsamt orange an. Mit einer zusätzlichen Plakataktion machen der SI-Club Moers-Niederrhein, die Immobilien- und Standortgemeinschaft Moers, der Internationale Kulturkreis Moers, das Frauenhaus, „Frauen helfen Frauen e.V." sowie die Moerser Gleichstellungsstelle auf ihr Anliegen aufmerksam. Die Kampagne soll Frauen, die unterdrückt werden oder unter sexueller Gewalt leiden, eine Stimme geben. Knapp zweieinhalb Wochen hängen daher Plakate in vielen Geschäften in der Innenstadt aus.

Dr. Ilke Schlothmann-Lechtenböhmer (Soroptimistin vom SI-Club Moers-Niederrhein), Christine Stephani (Frauenhaus), Emine Yilmaz (Internationaler Kulturkreis Moers), Jacqueline Rittershaus (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Moers), Sabine Kellner (Frauen helfen Frauen) und Bürgermeister Christoph Fleischhauer stehen vor dem Alten Landratsamt mit Regenschirmen in der Hand
„Wir lassen dich nicht im Regen stehen!" Achim Reps (Immobilien- und Standortgemeinschaft Moers),
Dr. Ilke Schlothmann-Lechtenböhmer (Soroptimistin vom SI-Club Moers-Niederrhein),
Christine Stephani (Frauenhaus), Emine Yilmaz (Internationaler Kulturkreis Moers),
Jacqueline Rittershaus (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Moers), Sabine Kellner
(Frauen helfen Frauen) und Bürgermeister Christoph Fleischhauer (v.l.) haben
ein symbolisches Schutzschild aufgebaut. (Foto: pst)

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Rathaus Moers, Rathausplatz 1
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Rathaus Moers, Rathausplatz 1
Raum 1.100

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