Moers „feierte“ den Abschied von der Steinkohle

Pressemitteilung vom 08.10.2018 - Angaben in dieser Mitteilungen sind eventuell nicht mehr aktuell

Verlässlichkeit, Verantwortung, Vertrauen - diese 3 Tugenden standen im Zentrum einer Festveranstaltung, die bei vielen Gästen zwiespältige Gefühle ausgelöst hat. „Gefeiert" wurde am Sonntag, 7. Oktober, das Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland am 21. Dezember 2018. Verschwinden diese Tugenden der Bergleute mit der Schließung der letzten Zeche „Prosper Haniel" in Bottrop?

Auch Bürgermeister Christoph Fleischhauer ging in seinem Grußwort in der Fördermaschinenhalle des Industriedenkmals Rheinpreußen Schacht IV auf diesen Aspekt ein. Einen Strukturwandel gibt es, muss es weitergeben, aber nicht bezogen auf den „Geist" des Bergbaus - lautete sein Tenor. „Die ‚Kumpel-Werte' müssen uns erhalten bleiben", forderte das Stadtoberhaupt. „Die Bergleute haben die Integration gelebt. Der Bergbau ist die Wiege der Integration, denn unter Tage waren alle schwarz. Über Tage herrschen Vielfalt und Buntheit. Ich wünsche mir, dass dieser Geist der Bergleute weiterlebt."

Vortrag über die Geschichte des Bergbaus

Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein (GMGV) und die Stadt Moers hatten zu dem Festakt eingeladen. Finanzielle Unterstützung leistete die RAG Aktiengesellschaft. Das Schlosstheater Moers und der Knappenchor Rheinland begleiteten den Vormittag künstlerisch. Dr. Wilfried Scholten vom GMGV veranschaulichte in einem Vortrag die Geschichte des Bergbaus am linken Niederrhein. Der ehemalige Bergwerksdirektor Karl-Heinz Stenmans stellte und beantwortete die Frage „Kohle/Steinkohle in der Welt ein Auslaufmodell?"

Niemand fällt ins „Bergfreie"

„Unter den schwierigen Voraussetzungen haben wir das Beste für die Bergleute herausgeholt", betonten Peter Schrimpf, Vorstandsvorsitzender der RAG, und Matthias Jakobs, Bezirksleiter der Gewerkschaft IGBCE, in ihren Grußworten. Keinem „Kumpel" musste betriebsbedingt gekündigt werden. „Niemand fällt ins Bergfreie, weil uns ein sozialverträglicher Abbau der Stellen gelungen ist", erläuterte Jakobs.

Schrimpf hob außerdem die besondere Bedeutung des Bergbaus für Deutschland und besonders das Ruhrgebiet hervor. „Die Entwicklung unseres Landes wäre ohne Steinkohle so nicht möglich gewesen." Ohne heimische Steinkohle muss Deutschland nach dem 21. Dezember auskommen. Nicht aber ohne die Werte der Kumpel. Da waren sich am Ende der Veranstaltung alle Gäste einig.

Bürgermeister Christoph Fleischhauer auf der Bühne in der Maschinenhalle des Industriedenkmals Rheinpreußen Schacht IV.
„Die ‚Kumpel-Werte' müssen uns erhalten", forderte
Bürgermeister Christoph Fleischhauer in der
Maschinenhalle des Industriedenkmals Rheinpreußen
Schacht IV. (Foto: Bettina Engel-Albustin)

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