Interview mit Prof. Dr. Volker Breithecker zum Thema Gründerpreis Vision M


Pressemitteilung vom 07.11.2019

VisionM ist der erste Preis für junge Gründer in Moers. Die Kooperation von freddy fischer stiftung und Stadt Moers wird dabei monetär und fachlich unterstützt von Stakeholdern der Grafenstadt wie der Sparkasse Niederrhein oder ENNI. Es geht darum, mutige Ideen zu belohnen, Jungunternehmer zu begleiten und um nicht weniger als das Ziel, eine Gründerstimmung in Moers zu entwickeln. Eine lokale Initiative für lokales Potenzial. Im Interview erklärt Jury-Mitglied und Gründungsexperte Prof. Dr. Volker Breithecker die Bedeutung von Initiativen wie VisionM für die Entwicklung von Städten.

Herr Breithecker, Sie sind Universitätsprofessor. Ist gründen eine Wissenschaft?

Nein! Gründen ist eine Kombination aus Kreativität, beobachten, Marktbedarfe entdecken und den Mut zu haben, die so entstandenen Ideen lebendig werden zu lassen und an den Markt zu bringen.

Welche Angebote gibt es an der Uni Duisburg-Essen, wie werden potenzielle Gründer herangeführt und unterstützt?

An meiner Uni wird viel gemacht! Seit 20 Jahren wird das sbm-Format angeboten, in dem wir Studierenden, anderen Mitgliedern der Uni aber auch interessierten Externen vier umfangreiche gründungsrelevante Angebote anbieten. Wir bieten seit 2017 an der Mercator School of Management auch den einmaligen, von mir initiierten Masterstudiengang Innopreneurship an, der von allen Bachelorabsolventen belegt werden kann. Es gibt aber auch die dreistündige Abendveranstaltung „Currywurst und Bier“, eine der besten Gründer-Netzwerkveranstaltungen in NRW.

Neben der guten Idee: welche Eigenschaften muss ein Gründer mitbringen?

Gründer sollten kreativ, mutig, kommunikativ und verantwortungsbewusst sein. Sie tauschen die bequeme Rücksitzbank des Arbeitnehmer-Busses gegen das Steuerrad des Busses! Die Gründer sind dann diejenigen, die das Fahrzeug namens Unternehmen führen, die sehen müssen, dass die Umsätze rechtzeitig und in richtiger Höhe ins Unternehmen kommen, um den Verpflichtungen nachkommen zu können. Das muss der Gründer aushalten!

Kann man Gründen wirklich schulen?

Man kann Ängste nehmen, indem unternehmerisches und ökonomisches Denken Gründungsinteressierten nähergebracht wird. Vielfach bestehen Schranken oder Hindernisse deshalb, weil die zu erledigenden Schritte unbekannt sind. Man begibt sich in eine vollkommen unbekannte Zukunft, wiederholt einfach Platitüden – wie die hohe Steuerbelastung behindert Gründer oder eine Finanzierung bekommt man ohnehin nicht.

Nun, dies sind verständliche Ängste. Wie wirken Sie diesen entgegen?

Dies kann verbessert werden, indem man die potenziellen Gründer insoweit aufklärt, dass ihnen verdeutlicht wird, dass ein Finanzplan kein Hexenwerk ist und dieser zum Beispiel privat im Alltag ständig aufgestellt wird, dass die Rechtsformwahl viele, aber durchschaubare Folgen auslöst, dass das Produkt, der Markt, das erreichbare Marktvolumen, die Umsätze und die Vereinnahmung der Umsätze wichtig sind.

Eine Formel auch für VisionM? Warum engagieren Sie sich hier?

Gründungsunterstützung ist seit mehr als 25 Jahren – neben der Steuerberatung – mein zweites Bein. Ich lebe seit über 20 Jahren in Moers. Eine kreative und innovative Gründerszene belebt die Stadt, schafft alternative private und berufliche Zukunftsszenarien für einzelne Bürger, bringt die Wirtschaft und die Arbeitsplatzsituation in Moers voran. Das alles kann ich nur gerne unterstützen.

Wie konkret können und wollen Sie die Bewerber*innen mit Ihrer Expertise unterstützen?

Zunächst kann ich auf Kontakte unterschiedlichster Form zurückgreifen, die ich in über 25 Jahren Gründungsunterstützung angesammelt habe. Als BWL-Professor kann ich zudem alle zuvor angesprochenen Hilfen leisten und Ängste abbauen. Als Steuerberater kann ich grundsätzliche Beratungen und alltägliche Rechnungslegungs- und Steuerberatungsleistungen erbringen, die von vielen Gründern als Plage betrachtet werden.

Versprechen sich die Macher des Preises besondere Impulse von solch einem Preis? Welche?

Die Gründerszene in NRW wächst aktuell, das Gründungsklima verbessert sich. Viele Unternehmen ringen nach Innovationen, weil sie bemerkt haben, dass die Hoffnung, es gehe immer gut weiter, sich nicht erfüllt. Globale Anforderungen wachsen, Digitalisierung ist eine Hürde aber auch eine große Chance. Hier sollte und muss jeder mitmachen – jede aufkeimende Idee muss gegossen und gepflegt werden, natürlich auch in Moers!

Prof. Dr. Volker Breithecker lebt seit 1998 in Moers, ist Lehrstuhlinhaber, Leiter des Kompetenzzentrums für Innovation und Unternehmensgründung an der Universität Duisburg-Essen und Mitglied der Jury bei VisionM. An seiner Uni werden regelmäßigen Kurse zum Thema angeboten. Die nächste Auftaktveranstaltung, in der die Kurse vorgestellt werden, ist der 22. November 2019, 15 Uhr im Tectrum in Duisburg.

Der erste Moerser Gründerpreis für junge Unternehmer ist dotiert mit 10.000 Euro und unterschiedlichsten Zusagen der Unterstützung, die Teilnahmehürden sind niedrig. Wer sich bewerben möchte: Alle Infos gibt’s unter freddyfischer-stiftung.de oder moers.de/de/wirtschaft/gruenderwettbewerb-vision-m

 

Gründen hält zusammen: Volker Breithecker (rechts) auf einer Start up-Veranstaltung an der Uni Duisburg mit Oliver Heckner, einem seiner ehemaligen Absolventen.
Gründen hält zusammen: Volker Breithecker (rechts) auf einer
Start up-Veranstaltung an der Uni Duisburg mit Oliver Heckner,
einem seiner ehemaligen Absolventen. (Foto: privat)

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