Grafschafter Museum beleuchtet Sonderausstellung „Wählen & Wühlen"


Pressemitteilung vom 29.04.2019 - Angaben in dieser Mitteilungen sind eventuell nicht mehr aktuell

Zur Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Wählen & Wühlen. Frauen- und Demokratiebewegung am Niederrhein vor 100 Jahren" lädt das Grafschafter Museum (Kastell 9) am Sonntag, 5. Mai, um 15 Uhr ein. Wie standen die Frauen am Niederrhein zur Frauenwahlrechtsfrage? Wie gingen sie mit dem neu erworbenen Recht um? Diesen Fragen stehen unter anderem im Fokus der Ausstellung. „Können wir nicht wählen, so können wir doch wühlen" - so lautete Mitte der 1870er Jahre die Parole sozialdemokratischer Frauen. Weil sie selbst keine Mitglieder von Parteien werden durften, unterstützten Frauen am Niederrhein bis 1908 die Wahlkämpfe der Männer und „wühlten". Das bedeutete Mitte des 19. Jahrhunderts, Stimmung gegen einen politischen Gegner zu machen.

1906 war die Hamburger Frauenrechtlerin Luise Zietz auf einer Agitationstour unterwegs und rüttelte unter anderem die Frauen in Mönchengladbach, Viersen, Krefeld, Duisburg, Düsseldorf und Neuss auf. Am ersten Internationalen Frauentag 1911 forderten Frauen lautstark „Her mit dem Frauenwahlrecht!" - auch am Niederrhein. Als ein Jahr später 400 Frauen in Düsseldorf auf der Königsallee öffentlich „Hochrufe auf das Frauenwahlrecht" hören ließen, war die Forderung schließlich auf dem besten Weg zur Umsetzung: Nach der Novemberrevolution trat am 30. November 1918 das allgemeine Frauenwahlrecht in Kraft. Am 19. Januar 1919 wählten schließlich Frauen zum ersten Mal aktiv und passiv. Die Ausstellung ist Teil des Mottojahres NEULAND des niederrheinischen Museumsnetzwerkes.

Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos. Lediglich der reguläre Museumseintritt ist zu entrichten.
Eintritt: Familien: 4,50 Euro, Erwachsene 3 Euro, Kinder ab 6 Jahre 1 Euro.

 

Auf Frauenversammlungen als Rednerin, als Vorstand des Arbeiterrates, als Abgeordnete der Weimarer Nationalversammlung: Lore Agnes mit Clara Zetkin und Mathilde Wurm (von links) im Jahr 1920. (Quelle: AdsD/Friedrich-Ebert-Stiftung)
Auf Frauenversammlungen als Rednerin, als Vorstand des
Arbeiterrates, als Abgeordnete der Weimarer Nationalversammlung:
Die Frauenrechtlerin Lore Agnes mit Clara Zetkin und Mathilde Wurm
(v.l.) im Jahr 1920 (Quelle: AdsD / Friedrich-Ebert-Stiftung)

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