Gegen das Vergessen: 13 neue Stolpersteine verlegt

Pressemitteilung vom 01.06.2018 - Angaben in dieser Mitteilungen sind eventuell nicht mehr aktuell

Stolpersteine - Spaziergänger sollen nicht beim Laufen daran hängen bleiben, sondern gedanklich. Am Dienstag, 29. Mai, verlegten Mitglieder des Vereins „Erinnern für die Zukunft" und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit 13 neue Stolpersteine im Stadtgebiet. Künstler Gunter Demnig bereitete die Fläche auf der Filder Straße vor. Während der Begrüßung durch Dr. Bernhard Schmidt („Erinnern für die Zukunft e.V.") verlegte er den Stolperstein vor dem Hauseingang. Dem Hauseingang, wo Wilhelm J. Küsters lebte. Er war ein Opfer der Euthanasiemorde im Dritten Reich. Stellvertretender Bürgermeister Heinz-Gerd Hackstein spannte einen Bogen zur Gegenwart und mahnte: „So etwas darf nie wieder passieren". Die Besonderheit bei diesen Verlegungen: „Bisher gibt es in Moers noch keine Stolpersteine für Euthanasieopfer", fasste Rita Vangerow-Hauffe („Erinnern für die Zukunft e. V.") zusammen. Nun gibt es für Wilhelm J. Küsters den ersten, es folgten drei weitere. Im Nationalsozialismus beschrieb Euthanasie die systematische Ermordung von kranken und behinderten Menschen. Hintergründe, den Ablauf und die „Rechtfertigung" dieser Ermordungen erläuterten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in den Filder Benden.

Schon 79 Stolpersteine verlegt

Wie in den Jahren und bei den 79 Stolpersteinen zuvor bereiteten sie Plakate, Vorträge und Informationen zu den jeweiligen Personen und Familien vor. Die Recherchen im Vorfeld waren aufwendig: Gemeinsam suchten die Mitglieder der Vereine Krankenakten, Geburtsurkunden und Totenscheine in Heilanstalten, Pflegezentren, Verwaltungen und Archiven. „Wir waren erschüttert von der Anzahl der Euthanasieopfer und der Grausamkeit der Taten", so Dr. Bernhard Schmidt. Musikalisch begleitet wurde die Verlegung von einer Posaunengruppe. Weitere Stolpersteine erinnern nun in der Wiedstraße an Peter Mill, in der Filder Straße an Hubert Hanßen und in der Blumenstraße an Herbert ter Stein, drei weiteren Opfern der sogenannten Krankenmorde. Für Familie Frohsinn wurden in der Xantener Straße drei Steine verlegt. Nur wenige Häuser weiter sollen sechs Steine den Mord an Familie Kaufmann unvergessen machen.

Ein Mann im blauen Hemd und heller Hose verlegt einen Stolperstein. Um ihn herum stehen Schulkinder.

In Gedenken an das Euthanasieopfer Wilhelm J. Küster und zwölf weiteren Ermordeten wurden Stolpersteine verlegt. (Foto: pst)

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