Schlosspark

Springbrunnen im Schlosspark
Schlosspark

Der Schlosspark in Moers zählt zu den schönsten und artenreichsten Landschaftsgärten am Niederrhein. Die Anlage, aus dem ehemaligen Wintgenschen Gut hervorgegangen, entstand in mehreren Abschnitten. Der östliche Teil des Parkes wurde 1836 durch den Gartenbaudirektor Maximilian Friedrich Weyhe aus Düsseldorf angelegt. Der westliche Teil ist eine Erweiterung von 1874 durch den Gartenbaumeister und Weyhe-Schüler Peter Hermann Nickerz. 1910 wurde der westliche Teil durch die Umwandlung eines Gemüse- und Obstgartens, dem sog. Landratsgarten, geschaffen.1929 entstand der Steingarten im „Wingert“. 1932 wurde die ehemalige Spielwiese im Süden zu einem Grünraum umgewandelt und so das gesamte Areal beträchtlich erweitert.

Wie weit das heutige Erscheinungsbild des von Weyhe gestalteten Parkteils der ursprünglichen Konzeption entspricht, ist kaum zu klären, solange nicht Weyhes Parkpläne oder andere Dokumente aus der Entstehungszeit zu Rate gezogen werden können; solches Archivmaterial ist bislang nicht bekannt. Der Park zeigt auch heute noch eine für den Landschaftsgarten charakteristische Gestaltung aus Grünflächen, Strauchwerk, Baumpflanzung, Geländemodellierungen und unregelmäßig geführten Wegen. Ob zum Beispiel aber die Wegeführung überall auch authentisch ist, lässt sich ohne Planvergleich nicht entscheiden. Zwei ehemalige Wasserbecken zeichnen sich als Geländevertiefung ab. Ein Charakteristikum Weyhescher Parkausstattung ist im Süden des älteren Parkteils erhalten: ein Hügel, der kreisförmig mit Linden bepflanzt worden war. Einige der Linden stehen noch. Exotische Baumarten, für die Weyhe eine besondere Vorliebe hatten, prägen das wechselvolle Bild des Parks.

Im Parkteil von Nickerz ist die Weyhesche Gestaltungsweise offensichtlich fortgesetzt. Das Bild bestimmen auch hier leicht modellierte Wiesenflächen, die an den Rändern in der Regel Baum- pflanzungen als Begleitung der Wege haben, so dass sich von den Wegen aus stets malerische Durchblicke über Grünflächen ergeben. Entlang der Wege können Einzelbäume gepflanzt sein, aber auch breit ausgeladende Buschformationen. Eine interessante Parksituation findet sich beim Greef-Brunnen: Um das Monument herum ist  im Halbkreis eine Gruppe holländischer Linden gepflanzt.

Eine Besonderheit des Moerser Schlossparks ist seine Fülle an botanischen Raritäten. Hinzu kommen einige Bildwerke wie die Marmorstatue „Hektors Abschied“ von Carl Cauer (1882), das Greef-Denkmal mit Brunnen von Baucke, das Diesterweg-Denkmal und der Weyhe-Gedenkstein mit dem Bildnis des Gartenarchitekten.

Ein stadthistorisches Denkmal ersten Ranges  sind die sternförmig verlaufenden Festungs- gräben. Als Gewässer und als Wallpromenaden sind sie in die Parkkomposition einbezogen. Auf diese Weise blieb die Festungsstruktur bewahrt, es entstand außerdem eine Parklandschaft von höchstem Reiz, mit einem unvergleichlichen Wechselspiel von Land und Wasser, dazu auch ökologisch von hohem Wert. Dem widerspricht die heutige intensive Nutzung einiger Parkpartien für Zwecke des Freizeitsports.

Wie weit der jetzige Zustand des Moerser Schlossparkes von seinem ursprünglichen Gestaltungskonzept abweicht, lässt sich mangels geeigneter Unterlagen nicht entscheiden. Zweifelsfrei aber ist, dass es sich um ein gestaltetes Gartendenkmal ersten Ranges handelt. Seine Pflege darf nicht allein nach rein gärtnerischen Gesichtspunkten erfolgen, sondern garten- denkmalpflegerische Belange sind im gleichen Maße zu berücksichtigen. Dazu gehört, dass die charakteristischen Bilder eines Landschaftsgartens, wie sie in Moers noch heute eindrucksvoll zu erleben sind, nicht durch wahllose Neupflanzungen  mit Baumarten, die Weyhe nie verwendet hätte, verfälschen das Bild des historischen Parks.

Weitere Informationen finden sie auf unserer Schlosspark Seite.

Bilder aus dem Schlosspark

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Moers-Innenstadt