Vortrag: „Von unzählbaren Drangsalen und Beschwernissen“

01.10.2019

Eine „Raubzeit" begann 1586 für viele Moerser Bürger mit der Besetzung der Stadt und der Grafschaft durch die Truppen des Königs von Spanien im Rahmen des Truchsessischen Krieges. Nach Verhandlungen hatten die Bürger einem der berühmtesten zeitgenössischen Heerführer, Alexander Farnese, Herzog von Parma, den Einlass in die Stadt ohne weitere Gegenwehr gewährt. Dafür sollten die Einwohner keinen Schaden an Leib und Gütern durch die spanischen Besetzer erleiden. Doch es kam anders. Prof. Dr. Ralf-Peter Fuchs von der Universität Duisburg-Essen stellt in einem Vortrag im Grafschafter Museum (Kastell 9) am Montag, 7. Oktober, ab 18 Uhr bislang weniger bekannte Dokumente, unter anderem aus dem Generalstaatsarchiv Brüssel, zur „Spanischen Zeit" vor. Unter dem Titel „Von unzählbaren Drangsalen und Beschwernissen. Die Spanier in Moers und Umgebung 1586 - 1598" bindet er sie in einen größeren regionalgeschichtlichen Rahmen ein und zeichnet so ein Bild des Kriegsalltags der Menschen am Niederrhein im späten 16. Jahrhundert.

 

Der Vortrag ist eine Auftaktveranstaltung zur Jahrespartnerschaft des Grafschafter Museums mit dem Institut für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung (InKuR) an der Universität Duisburg-Essen. Der Eintritt ist frei.

 

Bei diesem Bild handelt es sich um einen Kupferstich von Alessandro Farnese, Herzog von Parma und Piacenza. Der Italiener wird hier mit Bart und kurzem Haar dargestellt. Seine Kleidung ist, dem Adel des sechszähnten Jahrhundert entsprechend, elegant und mit einem weit ausladenen Kragen geschmückt. Unter dem Portrait ist ein Text in niederländischer Sprache verfasst. Der Text kann ungefähr so übersetzt werden: Alexander Farnese, Herzog von Parma und Piacenza, Gouverneur General Feldherr in den spanischen Niederlanden.
Der Herzog von Parma befehligte die
spanischen Truppen, die 1586 Moers
besetzten. (Foto: Grafschafter Museum)