Andreas Klimaschka hat immer ein offenes Ohr für „Streithähne"

14.03.2013

Andreas Klimaschka
Andreas Klimaschka sorgt als
Schiedsmann seit sieben Jahren für
den sozialen Frieden in Rheinkamp-Mitte,
Eick und Utfort. (Foto: pst)

„Ich möchte einen kleinen Teil zum Funktionieren der Gesellschaft beitragen. Jeder sollte sich ein wenig einbringen", beschreibt Andreas Klimaschka seine Motivation ehrenamtlich zu arbeiten. Er ist seit sieben Jahren als Schiedsmann für die Bereiche Rheinkamp-Mitte, Eick und Utfort tätig. Sein früherer Arbeitskollege Paul Smaglinsky hat ihm das Ehrenamt nahegebracht. „Da mir die Arbeit mit Menschen schon immer lag, habe ich die Tätigkeit gerne übernommen. Mein Vorgänger Horst Lenzen hat mir damals einen gut geführten Bereich übergeben", erläutert der 56-Jährige. Wichtig ist für die Tätigkeit, immer ein offenes Ohr für mögliche „Kunden" zu haben - zur Not auch sonntags.

Parteien stehen nicht in der Öffentlichkeit

Der Unterschied zwischen einem Verfahren vor Gericht und beim Schiedsmann liegt nicht nur in den viel geringeren Kosten, sondern auch an der persönlichen Herangehensweise. „Nicht richten, sondern schlichten, ist unser Motto. Die Entscheidungen am Tische werden für jeden verständlich und ohne juristische Fachsprache dargelegt", so Klimaschka. Anders als bei Gericht nimmt sich der Schiedsmann auch viel Zeit für die „Streithähne". „Ich versuche durch Gespräche, den Kern des Problems herauszufinden. Durch gezieltes Fragen kommen die eigentlichen Gründe für die Auseinandersetzung auf den Tisch. Wir achten auch auf Kleinigkeiten." Meist ist es dann nicht der Baum der stört, sondern weil der Nachbar mal nicht freundlich genug gegrüßt hat oder Ähnliches. Drei Viertel der Fälle in Klimaschkas Bereich gehen zur Zufriedenheit beider Parteien aus. Hinzu kommen noch „Tür-und-Angel-Fälle", die zwischendurch gelöst und nicht beurkundet werden. Damit die Atmosphäre bei den Schlichtungen stimmt, verhandelt Klimaschka in der „guten Stube" - im heimischen Wohnzimmer. „Hier stehen die Leute nicht wie im Gerichtssaal in der Öffentlichkeit."

15 Jahre Funkstille

Insgesamt kann Klimaschka, der seit 22 Jahren in Utfort lebt, eine Veränderung im nachbarschaftlichen Verhalten ausmachen. „Die Toleranz untereinander scheint immer mehr abzunehmen." Umso wichtiger wird dann die Schlichtung durch die Schiedspersonen. Besonders im Gedächtnis ist Klimaschka einer seiner ersten Fälle. Zwei ältere Herren hatten trotz früherer Freundschaft und Nachbarschaft seit 15 Jahren kein Wort miteinander gewechselt. Der Auslöser war letztlich eine Lappalie, die sich potenziert und aufgestaut hatte. Am Tisch des Schiedsmannes tauschten die Herren die Argumente aus und gaben sich zum Schluss die Hand. „Beide hatten danach ein wenig feuchte Augen", erinnert sich Klimaschka. Damit solche Fälle nicht zunehmen, versucht der Schiedsmann die Möglichkeit des Schlichtens so vielen Leuten wie möglich nahezubringen. Dies geschieht unter anderem in Vorträgen und persönlichen Gesprächen im Knappen- und Gospelchor, in denen er Mitglied ist.

Andreas Klimaschka ist mit dem Bezirk 2 für die Bereiche Rheinkamp-Mitte, Eick und Utfort zuständig. Lavendelstraße 30, Telefon: 0152 / 08 61 20 02.