Amberbaum statt Eiche: Moers sucht den idealen Baum der Zukunft

05.08.2019

Auf der linken Straßenseite ein Amberbaum. Die Hainbuchen gegenüber sind fast tot.
Auf der linken Straßenseite
wurde erfolgreich ein
Amberbaum gepflanzt.
Die Hainbuchen gegenüber
sind fast tot. (Foto: pst)

Die gute alte deutsche Eiche verschwindet. Und auch für die Buche sieht es schlecht aus. Nicht kurzfristig, aber in einigen Jahrzehnten werden u. a. diese Bäume höchstwahrscheinlich in Deutschland kaum mehr in den Innenstädten zu finden sein. Sie sind nicht stark genug, um regelmäßig Hitzesommer, neue Schädlinge oder Krankheiten zu überstehen.

Die Folgen des letzten Jahres in Moers: Die Zahl der abgestorbenen Bäume hat sich verfünffacht (von 40 auf 200). Dabei hat die Stadt bei der Auswahl ihrer Stadtbäume schon vor vielen Jahren auf dieses Problem reagiert.

„Die Begriffe Klima- oder Zukunftsbäume kursieren schon seit einiger Zeit. Wir pflanzen deshalb schon sehr häufig Bäume, die an die veränderte Situation angepasst sind", erläutert Stefan Oppermann, Leiter des städtischen Fachdienstes Grünflächen und Umwelt. „Sie sollten aber nicht nur die Hitze gut vertragen, sondern eine möglichst hohe Verdunstungsrate haben."  Nur so können sie positiv das Klima in der Innenstadt beeinflussen und temperaturregulierend wirken.

Erfahrungen nutzen und experimentieren

Rotahorn und Scheinakazie - beide stammen aus Nordamerika -, die niederländische Feldahorn-Sorte „Elsrijk" oder der amerikanische Amberbaum erfüllen beispielsweise dieses Profil. In der „GALK-Liste" geben die Gartenamtsleiter in Deutschland ihre Erfahrungen an die Kolleginnen und Kollegen weiter. „Aber wir sind in einer Experimentierphase, in der man auch mal Pech haben kann", weiß Frank Brüggemann, Baum-Experte im Fachdienst Grünflächen. „Wie bei der Stadtbirne. Das war eigentlich der ideale Baum - bis er der Krankheit Birnengitterrost zum Opfer gefallen ist."

Und auch bei den Ginkgos gab´s nach einigen Jahren ein unerwartetes und bis dahin nicht bekanntes Problem: Sie wandeln ihr Geschlecht und bekommen übelriechende Früchte. „Die stinken ungeheuerlich", weiß der Fachmann. Nicht nur deshalb wird es in den nächsten Jahren sicher noch weitere neue Sorten in Moers geben. Buchen und Eichen wird man in Zukunft eher in Skandinavien und noch in deutschen Wäldern finden.

Rothahorn in der Abteistraße (Innenstadt)
Rothahorn in der Abteistraße (Innenstadt): Diese Bäume sind widerstandsfähig, werden nicht zu groß und wirken sich gut aufs Stadtklima aus. (Foto: pst)